Sechs Schritte. Keiner davon abgekürzt.

Eine gute Politur erkennt man nicht an der Maschine, sondern an der Vorbereitung. So arbeiten wir – vom ersten Wasserstrahl bis zur Kontrolllampe.

Gleichzeitig
höchstens drei Fahrzeuge
Messpunkte
fünf pro Bauteil
Endkontrolle
drei Lichtfarben
Detailer mit Kappe und schwarzen Handschuhen poliert mit gelbem Pad einen dunklen Kotflügel

Die Arbeitsweise

Die Reihenfolge ist nicht verhandelbar. Wer beim Waschen spart, poliert später Kratzer in den Lack, die vorher nicht da waren.

  1. Sportwagen unter Aktivschaum, Felge und Kotflügel dicht eingeschäumt
    01

    Waschen

    Aktivschaum löst den Schmutz, bevor ihn ein Handschuh über den Lack ziehen kann. Danach Handwäsche mit zwei Eimern und Schmutzeinsatz, Felgen mit eigenem Werkzeug.

    Womit
    pH-neutraler Schaum, Lammfellhandschuh, entmineralisiertes Wasser
  2. Weiche Bürste reinigt die Reifenflanke an einer schwarzen Felge
    02

    Dekontaminieren

    Was die Wäsche nicht schafft: eingebrannter Flugrost, Teerspritzer, Baumharz. Der Eisenentferner färbt sich violett, wo er arbeitet. Die Knete zieht den Rest aus dem Lack, bis er sich glatt wie Glas anfühlt.

    Womit
    Flugrostentferner, Teerlöser, Polierknete
  3. 03

    Lackschicht messen

    Jedes Bauteil wird gemessen, bevor ein Pad es berührt. Nachlackierte Teile, dünne Kanten und frühere Politurspuren sehen wir so vorher – und wissen, wie viel wir abtragen dürfen.

    Aufbau einer Autolackierung Schichten von oben: Klarlack 35 bis 50 Mikrometer, davon trägt eine Politur 2 bis 8 Mikrometer ab; Basislack 10 bis 20; Füller 30 bis 40; Grundierung 15 bis 25; darunter das Blech. Abtrag 2–8 µm Klarlack 35–50 µm Basislack 10–20 Füller 30–40 Grundierung 15–25 Blech
    Schichtdicken in µm, schematisch. Zum Vergleich: Ein Blatt Papier ist rund 100 µm dick.
    Womit
    Schichtdickenmessgerät, Messprotokoll pro Fahrzeug
  4. Exzenterpolierer mit weissem Pad auf schwarzem Metalliclack
    04

    Polieren

    Von grob nach fein, Stufe für Stufe. Nach jedem Durchgang entfetten und unter der Lampe prüfen: Sind die Swirls weg, ist der Glanz tief genug? Erst dann folgt die nächste Stufe.

    Womit
    Exzenter- und Rotationspolierer, Pads in drei Härten, Kontrolllampe
  5. Gelbes Applikator-Pad trägt Versiegelung am Scheinwerfer auf
    05

    Versiegeln

    Frisch polierter Lack ist ungeschützt. Je nach Paket folgt Wachs, Sealant oder Keramik – Bauteil für Bauteil aufgetragen und im beheizten Raum bei rund 20 °C ausgehärtet.

    Womit
    Applikator-Pads, Mikrofasertücher in drei Florhöhen, Infrarotstrahler
  6. Silbernes Cabriolet im dunklen Raum unter einem einzelnen Spot
    06

    Endkontrolle unter Licht

    Zum Schluss umrunden wir das Fahrzeug unter drei Lichtfarben: Tageslicht, Warmweiss und ein harter Punktstrahler. Was dabei auffällt, wird nachgearbeitet – bevor Sie es sehen.

    Womit
    LED-Leisten 5'500 K, Warmweiss 3'000 K, Punktlampe

Nicht verhandelbar.

Details, die man am fertigen Auto nicht sieht – und die trotzdem entscheiden, ob der Glanz nach drei Monaten noch da ist.

Wasser
Die Schlussspülung ist entmineralisiert. Beim Trocknen bleiben keine Kalkflecken zurück.
Tücher
Mikrofaser nach Zone getrennt: Lack, Glas, Felge, Innenraum. Nach jedem Fahrzeug gewaschen, ohne Weichspüler.
Maschinen
Exzenter für fast alles. Rotation nur für die Schleifstufe – und nie über Kanten.
Licht
Tageslichtleisten an Decke und Wänden, dazu mobile Kontrolllampen. Swirls finden hier kein Versteck.
Protokoll
Schichtdicken, verwendete Produkte, Fotos vorher und nachher. Sie erhalten es mit dem Schlüssel.
Produkte
Profi-Produkte, die auch im Handel erhältlich sind. So pflegen Sie zu Hause mit demselben Shampoo nach.
Wasser spritzt vom Heck eines dunklen Sportwagens

Was Keramik kann. Und was nicht.

Keramikversiegelungen werden gern überverkauft. Hier die ehrliche Version – bevor Sie CHF 1'490.– ausgeben.

Das kann sie

  • Wasser und Schmutz abweisenDas Auto bleibt länger sauber und ist in der halben Zeit gewaschen.
  • Den Lack härter und glatter machenFeine Waschkratzer entstehen seltener als auf Wachs.
  • Chemie bremsenUV, Streusalz und Vogelkot greifen den Klarlack deutlich langsamer an.
  • Glanz über Jahre haltenDrei bis fünf Jahre bei richtiger Pflege, nicht nur ein paar Wochen.

Das kann sie nicht

  • Steinschläge verhindernGegen Einschläge und Parkrempler hilft nur Lackschutzfolie.
  • Kratzer versteckenWas im Lack ist, wird darunter versiegelt. Deshalb polieren wir immer vorher.
  • Bürstenwaschanlagen aushaltenAuch auf Keramik hinterlassen Bürsten Swirls – nur etwas weniger.
  • Pflege ersetzenUngewaschen verliert jede Beschichtung ihren Abperleffekt.

Angaben wie «9H» stammen aus einem Bleistift-Härtetest. Sie sagen etwas über die Oberfläche aus, nicht darüber, ob ein Schlüssel oder ein Stein den Lack zerkratzt.

Weisser Sportwagen in der Waschbox, umgeben von Sprühnebel

Pflege zwischen zwei Terminen.

Die meisten Swirls entstehen in den Wochen nach einer Aufbereitung – beim Waschen. Sechs Regeln, die das verhindern.

Keine Bürstenwaschanlage
Die Bürsten erzeugen genau die Kratzer, die wir entfernt haben. Handwäsche oder Waschbox ohne Bürste.
Zwei Eimer
Einer mit Shampoo, einer mit klarem Wasser für den Handschuh. Mit Schmutzeinsatz am Boden.
Von oben nach unten
Dach und Scheiben zuerst, Schweller und Felgen zuletzt – mit eigenem Handschuh.
Trocknen ohne Druck
Grosses Trockentuch auflegen und abziehen, nicht reiben. Kein Wasserabzieher auf dem Lack.
Vogelkot sofort weg
Mit Wasser einweichen, nicht trocken wischen. Auch Keramik verzögert das Einätzen nur.
Einmal im Jahr prüfen
Lässt der Abperleffekt nach, frischen wir die Versiegelung auf. Das dauert einen halben Tag.

Ihr Lack unter unserer Lampe.

Die Besichtigung ist kostenlos. Danach wissen Sie, was Ihr Lack braucht – und was nicht.

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